Newsletter DE

Eine neue Phase der Steuerkontrolle: Die FNS prüft grenzüberschreitende Transaktionen der letzten drei Jahre

Eine neue Phase der Steuerkontrolle
Die russische Bundessteuerbehörde (FNS) verschärft die Kontrolle über die Außenwirtschaftstätigkeit von Unternehmen. Laut Berichten von RBC plant die Behörde, grenzüberschreitende Transaktionen für den Zeitraum 2023–2025 zu analysieren. Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Erhöhung der Transparenz internationaler Zahlungen.

Was genau wird die FNS prüfen?

Im Fokus der Steuerbehörde stehen Transaktionen mit ausländischem Bezug, darunter Darlehen, Dienstleistungen und Vorauszahlungen. Von besonderem Interesse sind Transaktionen, die formaler oder fiktiver Natur sein und zur Steueroptimierung genutzt werden können.
Tatsächlich geht es um die Überprüfung der Geldflussketten zwischen russischen und ausländischen Strukturen, einschließlich interner Transaktionen. In den letzten Jahren gelten gerade solche Transaktionen als einer der wichtigsten Kanäle für die Gewinnverlagerung und die Unterbewertung der Steuerbemessungsgrundlage.

Warum erstrecken sich die Prüfungen gerade über drei Jahre?

Die Wahl des Zeitraums 2023–2025 ist kein Zufall. Er fällt mit einer Phase tiefgreifender Veränderungen in der Außenwirtschaftstätigkeit russischer Unternehmen zusammen:
  • Logistik- und Finanzketten haben sich verändert;
  • die Zahl der Vermittler in „befreundeten“ Rechtsordnungen ist gestiegen;
  • die Nutzung alternativer Abrechnungsmechanismen hat zugenommen.
Eine Prüfung über drei Jahre ermöglicht es der FNS, wiederkehrende Muster aufzudecken und Daten im Zeitverlauf zu vergleichen, anstatt einzelne Vorfälle zu analysieren.

Zusammenhang mit der allgemeinen Kontrollstrategie

Die neue Initiative fügt sich in den allgemeinen Trend einer Verschärfung der Steuerverwaltung ein:
  • Die Kontrolle grenzüberschreitender Transaktionen innerhalb von Unternehmensgruppen wird verstärkt;
  • Der internationale Austausch von Finanzinformationen wird ausgeweitet;
  • Digitale Standards für die Analyse der Verrechnungspreise werden eingeführt;
  • Es wird über einen erweiterten Zugriff der Föderalen Steuerbehörde auf Bankdaten und Transaktionen von Bürgern diskutiert.
Darüber hinaus verstärken Änderungen in internationalen Steuerabkommen, einschließlich der Aussetzung von Vergünstigungen für eine Reihe von Ländern, ebenfalls die Aufmerksamkeit für grenzüberschreitende Zahlungen.

Geschäftsrisiken

Für Unternehmen, die im Außenhandel tätig sind, bedeutet dies ein Anstieg der Steuerrisiken:
  • Nachforderungen bei der Anerkennung von Transaktionen als unbegründet;
  • Geldstrafen wegen Verstößen gegen das Devisen- und Steuerrecht;
  • verstärkte Aufmerksamkeit für die Struktur internationaler Konzerne und Lieferketten.
Besonders anfällig könnten Konstrukte mit technischen Vermittlern sowie Transaktionen sein, denen ein tatsächlicher wirtschaftlicher Zweck fehlt.

Was bedeutet das für den Markt?

Im Grunde geht es um den Übergang zu einem umfassenderen Kontrollmodell, bei dem die Föderale Steuerbehörde nicht einzelne Transaktionen, sondern die gesamte Geschäftsstrategie analysiert. Dies entspricht dem globalen Trend zur Bekämpfung der Gewinnverlagerung in Niedrigsteuergebiete und zur Deoffshore-Entwicklung der Wirtschaft.

Experten weisen darauf hin, dass Steuerprüfungen in den kommenden Jahren technologisch ausgefeilter und gezielter werden und die Rolle der automatisierten Datenanalyse weiter zunehmen wird.

Fassen wir zusammen

Die Prüfung grenzüberschreitender Transaktionen über einen Zeitraum von drei Jahren ist keine einmalige Kampagne, sondern Teil einer systematischen staatlichen Politik. Unternehmen müssen bereits jetzt die Struktur ihrer internationalen Transaktionen überprüfen, die Transparenz ihrer Abrechnungen erhöhen und die Dokumentation zur Verrechnungspreisgestaltung vorbereiten.

Andernfalls können die steuerlichen Risiken erheblich steigen.